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Zweisystem-Technik
Umsteigefrei bis in die City
Als die erste Stadtbahn aus Karlsruhe kommend am 27. September 1999 den Heilbronner Hauptbahnhof erreichte, stand es schon fest: Die Stadtbahn wird auch durch die Heilbronner Innenstadt fahren. Ein neues Stadtbahnnetz mit Anschluss an das Karlsruher Modell, mit einem Stadtbahnwagen, der sowohl außerhalb, als auch innerhalb der Stadt verkehren kann, macht es möglich: Ohne Umzusteigen vom Umland bis direkt in die City.
Dieser Wechsel zwischen Stadtbahnstrecke in Karlsruhe, DB-Strecke zwischen Karlsruhe - Heilbronn und Heilbronn – Öhringen und wiederum Stadtbahnstrecke innerhalb Heilbronns, basiert auf der so genannten Zweisystem-Technik. Eigens für das Karlsruher Modell entwickelt, können die Stadtbahnwagen zwischen 750 V Gleichstrom eines innerstädtischen Stromnetzes und dem mit 15 000 Volt 16,7 Hertz Wechselstrom betriebenen Stromnetz der DB umschalten. Nötig dazu ist nur ein kurzer stromloser Abschnitt, den die Stadtbahn durchrollt, und der den Impuls zum Spannungswechsel gibt.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
umsteigefrei, schnell, kostengünstig, umweltfreundlich.
Die Erschließung der City mit Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen und kulturellen Einrichtungen, Schulen und Arbeitsplätzen erfolgt umsteigefrei und sehr viel schneller als vorher. Moderne Mittelflurtechnik in Kombination mit erhöhten Bahnsteigen, die durch Rampen leicht erreichbar sind, machen einen barrierefreien Ein- und Ausstieg möglich. Schneller ist die Stadtbahn auch durch den eigenen Gleiskörper, auf dem sie zügig an jedem Stau vorbeifahren kann. Dazu noch die Vorrangschaltung an Ampeln – die Bahn schaltet sich dank modernster Technik ihre Ampeln selbst auf Grün – und der Zeitvorteil ist riesig.
Unter ökonomischen Gesichtspunkten ist eine Stadtbahn immer die kostengünstigere Alternative. Die Zweisystemtechnik nutzt bereits bestehende DB-Strecken und erfordert nur einen geringen Teil an neu zu bauenden Strecken. In Heilbronn, einem alten Eisenbahnknotenpunkt, war die Ausgangslage für die Einführung der Stadtbahn mit Zweisystemtechnik deshalb besonders günstig.
Als ökologisch sinnvolle Alternative zum motorisierten Verkehr verbessert die Stadtbahn die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt. Sie ist leise und verursacht keine Abgase, der Autoverkehr nimmt ab, denn wo sie fährt, lädt sie zum Einsteigen ein und auf den Neubau von Straßen kann man in ihrem Einzugsbereich getrost verzichten. Das Grün in der Stadt kann sich ausdehnen, die Menschen können aufatmen.