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Planung und Bau

Schon als im Dezember 2005 die Strecke Heilbronn – Öhringen eröffnet wurde, liefen die Planungen für den weiteren Ausbau des Stadtbahnnetzes in Heilbronn. Mit dem Beschluss des Gemeinderates zur Streckenführung am 26. Oktober 2006 wurden die Weichen für die Nordstrecke gestellt. Von der Harmonie in Heilbronn bis nach Mosbach/Neckarelz und Sinsheim soll ab 2012 die Stadtbahn fahren.

Für den Abschnitt auf Heilbronner Stadtgebiet entschied sich der Gemeindrat dem Antrag der Verwaltung zu folgen. An der Harmonie wird die neue Nordstrecke von der bestehenden Stadtbahnstrecke abzweigen und über Allee und Paulinenstraße bis zum Sülmer Tor führen. Dort unterquert sie die Bahnstrecke und führt über den Industrieplatz in die Austraße. Entlang der Austraße geht es zur Hans-Rießer-Straße. Am Ende der Hans-Rießer-Straße wird sie parallel zur Bahnstrecke zweigleisig bis zur Gemarkungsgrenze von Heilbronn führen. Unter der Regie der Deutschen Bahn AG (DB) und des Landkreises Heilbronn wird sie, immer noch parallel zur Bahnstrecke, im Bereich der Autobahnbrücke in den Bahnhof Neckarsulm geführt.

Vorangegangen war der Entscheidung für diese Streckenführung der Stadtbahn eine sorgfältige Überprüfung anderer möglicher Streckenführungen unter den Aspekten Städtebau, Verkehr, Fahrgastpotential und Finanzierung. In der engeren Betrachtung war dabei insbesondere eine Streckenführung über Allee, Mannheimer Straße, Europaplatz, Weipertstraße zum Industrieplatz.

Beide Varianten haben etwa die gleichen Fahrgastpotentiale, beide Varianten unterscheiden sich in den Baukosten nur unwesentlich.

Variante 1 (Paulinenstraße) führt durch den nördlichen Teil der Kernstadt. Ein hohes Fahrgastpotential bietet hier das Berufsschulzentrum. Daneben erschließt die Stadtbahn hier den städtebaulich unterentwickelten Teil der Stadt. Wie sich in der Bahnhofsvorstadt gezeigt hat, kann die Stadtbahn zu einer erheblichen Aufwertung bislang vernachlässigter Bereiche führen.

Variante 2 (Weipertstraße) liegt günstig zum Soleo und zur Lavatec-Arena und zu den Einkaufszentren an der Weipertstraße. Dem entgegen steht ein erheblicher Eingriff in die verkehrlichen Verhältnisse in der Weipertstraße, der durch eine Stadtbahntrasse erforderlich würde. Dem hohen Verkehrsaufkommen würde die Weipertstraße mit nur noch einer Fahrbahn je Richtung nicht mehr gerecht werden können, so dass in Spitzenzeiten mit einer Überstauung des Kreisels am Industrieplatz und dem völligen Verkehrskollaps zu rechnen ist. Auch eine Verlegung der vorhandenen Versorgungsleitungen unter dieser Trasse wäre aufwändig und teuer. Zu Bedenken ist weiterhin, das in erheblichem Maße Bäume und Grünflächen der Stadtbahn weichen müssten.

Bereits Ende 2006 wurde das EU-weite Ausschreibungsverfahren für die Planung der Strecke eingeleitet. Besondere Punkte in der Planung werden die sechs neuen Haltepunkte auf Heilbronner Stadtgebiet (drei weitere wird es von dort bis zum Neckarsulmer Bahnhof geben) und die Unterführung am Sülmer Tor sein. Neue Haltepunkte wird es für Heilbronn an der Harmonie, am Berliner Platz, in der Paulinenstraße vor dem Berufsschulzentrum, am Industrieplatz, in der Austraße im Bereich des Betriebsamtes und zwischen Karl-Wüst-Brücke und Stadtgrenze geben. Außerhalb Heilbronns kommen bis Neckarsulm noch die Haltepunkte Kaufland/Saturn, Rötel und Neckarsulm/Bahnhof dazu. Nach den neuesten Planungen wird die Stadtbahn am Sülmer Tor so unter der DB-Strecke hindurch geführt, dass es für PKW weiter möglich sein wird, von der Neckarsulmer Straße in Richtung Christophstraße zu fahren. Dazu wird die Stadtbahntrasse für PKW befahrbar gemacht. Fußgänger und Radfahrer werden wie gewohnt die Bahnunterführung in beiden Richtungen benutzen können.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren. Dazu gehören die Vorbereitung der Planung, die Erarbeitung der Planungsgrundlagen, die später durch Büros weitergeführt und vertieft werden, und die Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden. Vorbereitend läuft auch die Abstimmung eines Betriebskonzeptes mit dem Landkreis Heilbronn, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, der Albtal-Verkehrsgesellschaft und der DB. Ebenso gehören noch eine Umweltverträglichkeitsstudie und ein landschaftspflegerischer Begleitplan zu einem Stadtbahn-Bauvorhaben. Noch viel Arbeit, bis nach Planfeststellungsverfahren und Förderanträgen der Bau beginnen kann!